#kljbathome Segel setzen Tag 19 stay & pray at home

Heute hätte eigentlich die jährliche Aktion “… & pray” der Land.Jugend.Kirche stattfinden sollen. Das ist auf Grund der aktuellen Situation natürlich nicht möglich. Deshalb gibt es in diesem Jahr “stay & pray at home” für euch!

13 Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. 14 Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. 15 Und es geschah, während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. 16 Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. 17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen 18 und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? 19 Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. 20 Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. 21 Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

 

Wie die Jünger damals, haben auch wir bewegende Zeiten hinter uns: Worte wie  “Ausgangsbeschränkungen, Isolation, Quarantäne, existenzbedrohend, Kurzarbeit, Schulschließungen, Lebensmittelknappheit, steigende Zahlen von Infizierten und Todesopfern – shutdown” dominieren die Nachrichten, die Medien – unser tägliches Leben. Viele sind am Ende mit ihren Nerven und Kräften, haben Angst, sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. 

 

So muss es damals auch den Jüngern gegangen sein. Der Mann, auf den sie gebaut hatten, in den sie all ihre Hoffnungen gesetzt haben – zum Tode verurteilt und gestorben am Kreuz. Verschwunden aus und vorbei – shutdown. Sie müssen sich hilflos, ohnmächtig und leer gefühlt haben.  Die Hoffnung zerplatzt wie Seifenblasen – nix is blieben. Oder? 

 

 22 Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, 23 fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. 24 Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. 

 

Geht es uns nicht manchmal auch so? Vor lauter Informationsflut, News, Updates, Pop- und Push-Up-Nachrichten wissen wir überhaupt nicht mehr ein und aus. Jeder hat was gelesen, gehört, gesehen, kennt jemanden, der jemanden kennt, der dieses und jenes weiß. Wir verlieren völlig den Überblick und dabei das wirklich Relevante aus den Augen. Wir nehmen hin was wir lesen, sehen und hören – blind und unkritisiert, oft ohne Sinn und Verstand. Dabei sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Vergessen Abstand zu nehmen, zu betrachten, unseren gesunden Menschenverstand zu benutzen, uns eine eigene Meinung zu bilden und abzuwägen.

 

25 Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. 26 Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? 27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, 29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. 30 Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. 31 Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. 32 Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?

 

Und am Ende? Am Ende konnten sich die Jünger auf ihr Gefühl verlassen. Auf ihr Herz, das ihnen in der Brust brannte. Wann verlassen wir uns noch auf unser Gefühl? Ist es nicht oft viel zu laut und zu hektisch, um überhaupt noch ein Gefühl wahrnehmen zu können?

 

So ein Brennen in der Brust spüre ich aktuell, wenn ich neben den ganzen Schreckensnachrichten auch Hoffnungs- und Lichtblicke sehe: Jugendliche gehen für ältere Menschen einkaufen, es gibt spontanes musizieren auf Balkonen oder in Chats, Kinder malen Bilder und basteln und verschenken ihre Werke, und, und, und, …

Da begegnet mir Gott – da begegne ich Jesus – so wie die Emmausjünger ein Stück ihres Weges mit ihm gegangen sind.

 

33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. 34 Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

 

Vielleicht sollten auch wir ab und zu mal wieder aufbrechen, vertrauend auf ein Gefühl. Im Vertrauen in uns selbst und unsere Mitmenschen, in Gott und dass am Ende schon alles gut werden wird. Im Wissen, dass einer schon viel erlitten hat, damit wir am Ende behütet sind. 

 

Heute feiern wir Ostern. Vielleicht leiser und anders als sonst – aber nicht weniger hoffnungsvoll. Wir dürfen die Osterfreude spüren und uns freuen!

Osterlachen

Das Osterlachen ist heute oft in Vergessenheit geraten. Doch was hat es mit diesem Brauch zum Osterfest auf sich? Darf man beim Osterlachen eigentlich über den Tod lachen?

 

Die Tradition des Osterlachens

Seit dem 14. Jahrhundert war das Osterlachen vor allem in Regionen um Bayern herum bei Osterpredigten fester Bestandteil und galt als fester Ritus am Osterfeiertag. Amüsante Geschichten dienten dabei der Osterfreude und behandelten oft auch zeitkritische Themen.

Im Barock wurde diese saloppe Art des österlichen Gottesdienstes in den Kirchen teilweise verboten, sodass das Ostergelächter als Brauch immer seltener praktiziert wurde. In manchen Gemeinden wird heutzutage dieser Brauch wieder zum Leben erweckt.

 

Das Ostermärlein in der Osterpredigt

Das Osterlachen war lange Zeit ein Teil der Osterpredigt. Nach der siebenwöchigen Fastenzeit sollte zum Osterfest mit Hilfe dieser Tradition das Lachen in der christlichen Kirche wieder Einzug halten. Der Pfarrer erzählte in seiner Osterpredigt bewusst ein Ostermärlein, auch „Risus Pascalis“ genannt. Vorgetragen wurden oft frivole Geschichten, die auch durch besondere Mimik, Lautmalerei oder Gestik vom Pfarrer vorgetragen wurden.

 Ziel war es die Gemeinde zum Lachen zu bringen. Das Lachen zum Osterfest sollte den Sieg vom Leben über den Tod symbolisieren. Hierbei lädt die Kirche die gläubigen Christen dazu ein, während der Ostermesse über den Tod zu lachen, da der Tod besiegt wurde und diesem dadurch der Schrecken genommen wurde.

 

Nach der Kreuzigung Christi kommt Nikodemus zu Josef von Arimathäa und bittet ihn, sein Grab für Jesus zur Verfügung zu stellen. Doch Josef hat tausend Ausflüchte. Zuletzt sagt er: “Ich brauche das Grab für mich und meine Familie.” Darauf Nikodemus: “Stell dich nicht so an, ist doch nur über’s Wochenende.”

 

Quellen: Die Erscheinung Jesu auf dem Weg nach Emmaus: Lk 24,13–35

https://ostern.tagesspiegel.de/osterlachen/

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