Adventskalender Tag 13

Impuls

Abwarten und… da sitzen

Sitzt du bequem? Suche dir ein lauschiges Plätzchen.

Wo sitzt du denn am liebsten?

Vielleicht im Sessel, in deiner Lieblings-Sofa-Ecke? Auf einem Barhocker in lustiger Runde mit Freunden? Im Liegestuhl am Strand? Neben deinem Sitznachbar in der Schule oder an der Uni?

Vielleicht am Lagerfeuer? Im Sommer beim Zelten oder Grillen mit Freunden um das Feuer sitzen, ein bisschen singen und einfach nur da sein und über Gott und die Welt tratschen. Da scheint die Zeit manchmal still zu stehen…

Vielleicht im Kino? Es duftet nach Popcorn, du sinkst tief in den bequemen Sitz und bist schon gespannt, wie der Film wird.

Vielleicht im Café? Nach einer Radtour wartest du auf eine leckere heiße Schokolade oder einen Latte und dass du es dir gut gehen lassen kannst.

Vielleicht auf einer Bank inmitten der Natur? Oft gibt es am Wegrand Sitzbänke und Tischgruppen. Sie laden dazu ein, den Weg zu unterbrechen, eine Pause zu machen und sich einfach mal hinzusetzen.

Vielleicht in der Achterbahn? Wenn der Bügel eingerastet ist und sich der Wagen in Bewegung setzt, kann man nur noch ganz aufgeregt abwarten, bis das Adrenalin in die Adern schießt und es in die Tiefe und über Loopings geht.

Vielleicht in der Kirche? Wenn dich etwas bewegt, du nach einem Gottesdienst einfach noch einen Moment sitzen bleibst und einfach nur da bist.

Fast gezwungen zum einfach nur da sitzen wird man zum Beispiel in einem Wartezimmer. Das ist schon irgendwie komisch, da gibt es ein Zimmer nur fürs Warten. Was anders wird da nicht gemacht. Wenn ich beim Arzt ins Wartezimmer geschickt werde heißt das: das kann dauern, du musst noch Zeit mitbringen, du kommst nicht sofort dran, du wirst hingehalten. Wahrscheinlich gibt es ein paar Zeitschriften oder Spielsachen für Kinder – aber eigentlich ist es Zeitverschwendung.

So ein Ort ist auch die Bushaltestelle. Schnell noch gespurtet und die Treppe runtergeflitzt, aber auf den letzten Metern sieht man nur noch die Rücklichter vom Bus. Verpasst. Dann heißt es: es sich irgendwo auf der Bank oder den Hockern zwischen leeren Flaschen und Graffitti bequem machen und auf den nächsten Bus warten.

Aber es geht auch anders: bei Gott zum Beispiel. Gott hat immer Zeit und ist jederzeit für mich da, da muss ich nicht groß abwarten und da sitzen. Ich bin einfach da und er ist bei mir.

Sitzt du noch bequem?

Irgendwie tut man ja nie nichts. Ständig ist man unterwegs, hier noch schnell was erledigen, da noch was organisieren und dies und das steht ja auch noch auf der To-Do-Liste. Und dabei immer auch noch das Gefühl irgendwie zu wenig Zeit zu haben. Gerade im Advent geht es mir oft so (… gut dieses Jahr situationsbedingt wahrscheinlich nicht, weil viele Termine einfach nicht stattfinden, aber das lassen wir jetzt einfach mal außen vor …)

Ist das bei dir auch so?

Hier eine kleine Aufgabe für dich: Setze dich einfach hin und tue nichts!

Wie lange hältst du durch, ohne dass bei dir Unwohlsein auftritt? Eine Minute? Zehn Minuten? Geht es dir gut dabei oder stresst dich das?

Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen.

von Regina Kreußer

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