Adventskalender Tag 20

Impuls

Abwarten und… vor sich hin schauen

“Schau mer mal.” – Diese drei Worte hört man in letzter Zeit öfter. “Schau mer mal, wie lange der Lockdown noch dauert”. “Schau mer mal, ob wir Weihnachten und Silvester mit der Familie feiern können.” “Schau mer mal, was der Impfstoff macht.” “Schau mer mal, wie es nächstes Jahr wird.” Oder zu deutsch: “Ich weiß es nicht und ich kann es auch nicht ändern.” 

Wenn wir dieses Jahr eines gelernt haben, dann anzuhalten und abzuwarten. Ausgebremst zu werden. Immer wieder und meist länger als gedacht. Bis das Aufgeben und Resignieren einfacher scheint, als die Hoffnung auf eine Veränderung.

Doch in diesen Worten steckt noch etwas anderes. Ein sich Umschauen, was um uns herum so passiert. Wo der Nachbar vielleicht Hilfe gebrauchen könnte. Ein sich Anschauen und sich anders wahrnehmen, weil die Kontakte spärlicher, aber umso intensiver werden. Ein genau Hinschauen, was draußen vor dem eigenen Fenster und in der Welt so passiert. Ein Aufschauen zu den Held*innen des Alltags, die das System am laufen halten, auch wenn wir vorher oft auf sie herab geschaut haben. Ein Zuschauen, wie wir Menschen uns gerade neu erfinden. Ein in die Sterne schauen, was die Zukunft wohl für uns bereit hält. 

Nutze doch die kommende Tage bis Weihnachten nochmal um zur Ruhe zu kommen und dich umzuschauen.

  • Wie geht es den Menschen um dich herum? Schauen sie gestresst und beunruhigt oder eher freudig und entspannt aus?
  • Schau dich selbst an, wie geht es dir?
  • Schau aus dem Fenster. Sieht es draußen aus wie immer oder doch anders als sonst?
  • Schau auf das vergangene Jahr zurück. An was wirst du dich in 5, 10, 25 Jahren noch erinnern?
  • Schau nach vorne. Wie wird 2021 wohl werden? Was würdest du dir wünschen?

Das vergangene Jahr war schon verrückt. Es gab viel zu viel zu sehen und zu verstehen und zugleich war nichts klar, ein “in die Zukunft schauen” kaum möglich. Aber wer weiß, vielleicht entdecken wir beim “uns Umschauen” ja auch etwas, das uns nach Vorne blicken lässt. Wie die Sterndeuter zur Zeit von Jesu Geburt. Einen Stern, der zur rechten Zeit kommt und uns den Weg weist. Als hätte er gewusst, dass wir nur Schwung nehmen und auf den richtigen Anstoß warten.

von Alexander Göbel

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