Unser Patron

Patron der KLJB Würzburg: Bruder Klaus von der Flüe

Im Jahr 1951 fand eine große Romwallfahrt der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands statt. Auf der Rückfahrt machte die Gruppe am 20. November in Sachseln am Grab von Bruder Klaus Station. Unter dem Eindruck der gerade erlebten Ereignisse ergab sich dann mehr oder weniger spontan die Idee, Bruder Klaus als Patron der Landjugend zu wählen – und da alle Landesverbände der KLJB bei dieser Fahrt vertreten waren, wurde dieses JA aus allen Teilen der Bundesrepublik als Beschluss übernommen. Aber wer ist nun dieser Heilige, den die KLJB da als ihren Patron verehrt?

1. Seine Kindheit und Jugend

Geboren wurde (Ni)K(o)laus von Flüe 1417 als Sohn des Bauern Heinrich von Flüe und seiner Frau Hemma Robert in Flüeli bei Sachsen in der Schweiz. Wie normal in einer Bauernfamilie, wird der älteste Sohn – also auch Nikolaus – Bauer und übernimmt den Hof des Vaters.

2. Bruder Klaus als Erwachsener

Mit 30 Jahren heiratet er die damals 16-jährige Dorothea Wyss. Rasch wird aus dem Ehepaar eine Familie, insgesamt bekommen die beiden 10 Kinder, von denen allerdings nur ein Teil namentlich bekannt ist.

3. Sein gesellschaftliches Engagement

Auch im politischen Bereich engagiert sich Nikolaus sehr stark. Mit 19 Jahren wird er Gemeinderat, mit 29 Jahren hat er bereits das Amt des Gemeindepräsidenten und Richter inne. Wieder sieben Jahre später ist der Kantoratsrat und Mitglied der Obwaldener Regierung. Als er jedoch erfahren muss, dass auch in der Kommunal- und großen Politik Korruption und Unrecht herrschen, zieht er sich aus allen seinen politischen Ämtern zurück.

4. Seine „Berufung“

Gleichzeitig spürt er, dass er in seinem bisherigen Leben nicht die Erfüllung findet, die er eigentlich leben möchte: Ein Leben in Einsamkeit und Zurückgezogenheit, ganz für Gott da sein. Gleichzeitig hält ihn sein Verantwortungsbewusstsein für seine Familie davon ab, Haus und Hof zu verlassen. 1467 verlässt er schließlich mit 50 Jahren seinen Hof, um sich ganz in die Einsamkeit zurückzuziehen. Dieser Schritt wurde von ihm und seiner Frau lange überlegt, abgewogen und auch vorbereitet. Der älteste Sohn hat bereits den Hof übernommen, für die Familie, seine Frau ist gesorgt. Klaus hätte diesen Schritt auch niemals ohne die vorherige Zustimmung seiner Frau getan.

5. Klaus als Einsiedler

Bruder Klaus weiß zu Anfang nicht, wo es ihn hinzieht. Er will zuerst ins Elsass, wo in der damaligen Zeit einige Eremiten in den Wäldern lebten. Durch eine Begegnung kehrt er allerdings zurück um in der Heimat Gott zu dienen. Er findet seinen Platz auf dem eigenen Grund und Boden, gerade einmal 500m vom heimatlichen Hof entfernt, in der Schlucht des Ranft, direkt an einem Bach. Den ersten Winter verbringt er in bitterer Kälte, im kommenden Frühjahr bauen ihm die Dorfbewohner ein Häuschen und eine Kapelle unten in die Schlucht. Allerdings wird sein Rat, seine Fachkenntnis, die ihn in früheren Zeiten als Ratsherr und Mandatsträger auszeichneten auch weiterhin geschätzt und gesucht. Es kommen immer wieder Menschen mit Problemen zu ihm in den Ranft. Nikolaus trägt alles im Gebet vor Gott. Was ihm dann in Meditation und gebet eingegeben wird, das gibt er als Ratschlag weiter, ohne in Anspruch nehmen zu wollen, dass das sein Werk sei.

Er steht immer über den Parteien, lässt sich nicht bestechen oder beeinflussen – und wird daher als Berater gerne in Anspruch genommen. So hat er Kontakt zu Herzögen aus Österreich, Mailand und Venedig – aber auch zu den Orten und Kantonen der Schweiz sowie zu ganz normalen Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Die junge Schweiz hatte sich damals immer wieder gegen Angriffe der Nachbarländer zu wehren, die diese Länder gerne in ihrem Territorium hätten. So kommt es immer wieder zu Kriegen gegen Österreich oder das benachbarte Burgund. Als 1481 ein großer Sieg gegen Burgund gelungen war, kam es allerdings zu heftigem Streit unter den Eidgenossen – ja fast zum Bürgerkrieg. Durch die Vermittlung von Klaus gelingt es den Frieden zu wahren.